Königin Lear: Ein etwas anderer pro.log am 29.05.2022

Auf dem Podium befanden sich Prof. Dr. Christina Wald, der Regisseur Kristo Šagor, die Dramaturgin Dr. Doris Happl und Dr. Martin Windisch, der das Gespräch moderierte.

Frau Wald, u.a. auch Expertin für Shakespeare Adaptionen, gab Aufschluss über literaturwissenschaftliche Aspekte, Herr Šagor und Frau Happl gaben Einblick in den Produktionsprozess und in die Feinheiten der Regiearbeit. Ein Austausch mit dem Publikum fand anschließend statt.

v.l.n.r; Christina Wald, Kristo Šagor, Doris Happl, Martin Windisch

Spielplanvorstellung 2022 / 2023

In einer Veranstaltung exklusiv für die Theaterfreunde hat die Theaterleitung am 11.05.2022 über die nächste Spielzeit informiert. Wer früh wissen wollte, was im nächsten Jahr auf die Bühne kommt, konnte sich von der Intendantin Karin Becker, der Chefdramaturgin Doris Happl und der Dramaturgin Hannah Stollmayer einen kleinen Vorgeschmack geben lassen.

Die Fragen im Anschluss machten das Interesse unserer Mitglieder an Hintergrundinformationen zum Theatergeschehen deutlich.

v.l.n.r; Karin Becker, Hannah Stollmayer, Doris Happl

Freikarten für Theaterfreunde

Mitglieder des Theaterfreunde Konstanz e.V. erhalten für die Vorstellung von „Ich – als Juliette Binoche mit Finnen und Katzen“ am Samstag, 23.4. um 20 Uhr jeweils eine Freikarte.

Jedes Mitglied erhält eine Freikarte sowie jede weitere Karte zum ermäßigten Preis von 14 Euro.

Gespielt werden drei Monologe von Martin Heckmanns, Ingrid Lausund und Jan Naumann, eingerichtet von Patrick O. Beck, Doris Happl, Julius Max Ferstl. Auf der Bühne: ebenfalls Patrick O. Beck, sowie Sarah Siri Lee König und Julian Mantaj.

Ob Patrick O. Beck telefonisch und immer hektischer der Frage nachgeht, was denn nun mit Nachbars Katzen los ist, ob Julian Mantaj die Begegnung mit der Postbotin durchspielt oder ob Sarah Siri Lee König über ihr Leben, die Erwartungen und vor allem ihre Mutter stolpert – das kommt uns alles irgendwie bekannt vor. Drei Monologe mit einer wunderbaren Komik zum Schmunzeln, Mitfühlen und Mitlachen!

Und noch ein Tipp für alle Bewunderer des Österreichischen Schmähs: Am Sonntag, 24.4. lassen Odo Jergitsch und Rudolf Hartmann ab 18 Uhr im Foyer der Spiegelhalle bei „Zwetschgenröster sind kein Kompott!“ die Wiener Seele lebendig werden, unterstützt von berühmten Kaffeehausliteraten wie Egon Friedell und Friedrich Torberg und genialen Kabarettisten wie Helmut Qualtinger und Carl Merz.

Bericht vom pro.log zu „Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“

Pro.log – Epilog – Sternstunde

Dr. Sarah Seidel (Vortrag), Sebastian Haase (Ensemble), Renate Schwalb (Einführung, Diskussionsleitung)

Wie schafft man es, das Wesen von etwas zu zeigen? Das Wesen vom Entstehen der Gewalt? Das Wesen dessen, wohin sie führen kann? Wie schafft man dies 2022 in der Umsetzung einer Erzählung aus den 70er Jahren, die aus narrativen Versatzstücken besteht anstatt eines stringenten Handlungsstrangs und deren Komplexität sich der Leser selbst erschliessen muss?

Der Vortrag von Frau Dr. Seidel zeigt uns verschiedene Aspekte auf, die die Konstanzer Inszenierung umgesetzt hat, der es so gelungen ist, den Montagecharakter der Erzählung und ihre Begrifflichkeiten durch ein weiteres Aufbrechen des Nähe-Distanz-Verhältnisses konsequent weiterzuentwickeln und in die heutige Zeit zu transportieren.

Zentral für das Ensemble war dabei für Sebastian Haase die maximale Offenheit und schonungslose Wahrheit, ihr Ertragen durch den einzelnen bei der Umsetzung des inszenierten Stoffs sowie die intensive Arbeit mit dem Mittel der Improvisation, um den Kern der Erzählung, ihr Wesen, die «Wahrheit» der jeweiligen Situationen herauszuarbeiten. Das forderte viel von den Darstellenden, die sich nicht an einer Figur abarbeiten und festhalten konnten.

Ein wirklich inspirierender pro.log, der uns auch nach Absetzen des Stücks zu einer interessanten Diskussion angeregt hat und uns an der Arbeit, dem Weg von der Inszenierungsidee bis zur Premiere, teilhaben liess.

Vielen Dank allen Beteiligten!

Neuer Vorstand für die Theaterfreunde

Am 5. Oktober 2021 trat die langjährige Vorsitzende des Konstanzer Theaterfreundevereins, Frau Barbara Gerking-Dönhardt, aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurück. Das Vorstandsmitglied Dr. Christian Schudt hielt die Laudatio und betonte ihre besonderen Verdienste für den Verein und für das Stadttheater. Vor allem der Pro.log wurde von Frau Gerking-Dönhardt zur einer Institution und ihr gelang es, mit ihrem großen Netzwerk in die Theater- und Wissenschaftsszene immer wieder, hochkarätige Redner für die Veranstaltungsreihe zu gewinnen.

Die Intendantin des Theaters, Frau Karin Becker, die mit Frau Gerking-Dönhardt nur eine kurze, gemeinsame Wegstrecke hatte, drückte ebenfalls ihre Anerkennung aus. Die Stadtverwaltung wurde vertreten von der Stadträtin Gisela Kusche, die ebenfalls das langjährige Engagement hervorhob.

Den Vorsitz des Vereins übernimmt Herr Johannes Schacht, der von den Mitgliedern einstimmig, bei zwei Enthaltungen, gewählt wurde.

vlnr: Johannes Schacht, Karin Becker, Barbara Gerking-Dönhardt, Gisela Kusche

Impressionen vom pro.log zu „Viel Lärm um nichts“

Frau Prof. Christina  Wald hatte mit ihrem Vortrag überraschende Perspektiven auf das Stück eröffnet. Es ging unter anderem um Liebeshunger und Blutdurst und wie das mit Kannibalismus zusammenhängt. Von Dr. Martin Windisch kompetent moderiert haben sich für die Schauspieler und die Dramaturgin ein paar neue Spieloptionen eröffnet. Die Fragen aus dem Publikum hatte das Podium gerne aufgegriffen.

Es geht weiter!

Endlich hat das Theater wieder seine Türen geöffnet. Und auch die Theaterfreunde setzen ihre Vortragsreihe „pro.log“ fort. Und zwar am Sonntag, den 4. Juli, wie gewohnt um 11 Uhr. Frau Prof. Dr. Christina Wald wird einen Vortrag zu „Viel Lärm um nichts“ halten, mit anschließender Diskussion. Die Veranstaltung ist am Münsterplatz am Aufführungsort des Stücks.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Theater in Afrika

Prof. Dr. Dr. Christoph Nix, hat sich während seiner Intendanz immer für das Theater in Afrika engagiert und bleibt mit dem Verein Theater in Afrika e.V. weiterhin dem notleidenden Kontinent verbunden. Er hat uns einen Brief zukommen lassen, in dem er für ein konkretes Projekt um Unterstützung bittet. Die Hilfe komme zu 100 % an, betont Herr Nix.

Gerne machen wir diese Bitte öffentlich.

Offener Brief zur Konstanzer Theaterschließung

Sehr geehrter Herr Burchardt, sehr geehrte Gemeinderäte,

bitte setzen Sie sich Ihren Möglichkeiten entsprechend dafür ein, dass das Stadttheater Konstanz weiter spielen darf. Der Spielbetrieb trägt nicht zum Infektionsgeschehen bei, der Verlust der Kultur verarmt aber unser Leben.

Dass Theaterspielstätten das Virus nicht verbreiten, wird von kompetenten Stellen bestätigt. Was das Robert-Koch-Institut und das Land Baden-Württemberg zu der Frage sagen, wo es häufig zu Infektionen kommt und wo nicht, ist einem Tagesspiegelartikel sehr gut zusammengefasst. Theater und Museen gehören nicht zu den Übertragungsorten.

Dass Theater wichtig ist für das Leben einer Stadt und das Leben in einer Stadt, sollte auch unstrittig sein. Für viele Menschen in Konstanz ist das Theater sehr wichtig. Gerade in Zeiten reduzierter sozialer Kontakte ist ein Theaterbesuch, die Auseinandersetzung mit einem Stück eine Möglichkeit, dem grauen Corona-Alltag zu entkommen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Wir möchten nicht falsch verstanden werden. SARS-CoV-2 darf nicht unterschätzt werden, das Virus breitet sich jetzt im Herbst stark aus und Maßnahmen, die die Ausbreitung bremsen, sind wichtig und müssen umgesetzt werden. Die Verantwortung und die Solidarität jedes Einzelnen ist gefragt, zum Schutz der Gesundheit und für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Aber Maßnahmen, die nicht nützen, dafür aber schaden, sollten schnellstens beendet werden.

Im Stadttheater Konstanz hat es nach der Eröffnung der neuen Spielzeit keine Krankheitsübertragung von COVID-19 gegeben. Wie auch? Das Hygienekonzept von Theater und Stadtverwaltung ist klug überlegt und wurde konsequent umgesetzt. Jetzt das Theater zu schließen kommt der Behauptung gleich, das Hygienekonzept sei unwirksam, man habe die Besucher in falsche Sicherheit gewogen. Das untergräbt das Vertrauen in die Maßnahmen der Verantwortlichen.

Sehr geehrter Herr Burchardt, sehr geehrte Gemeinderäte, selbstverständlich können und dürfen Sie sich nicht den Anweisungen der Landesregierung widersetzen. Aber sicherlich finden Sie Wege, sich für unser Anliegen einzusetzen. Es bedarf vieler einzelner Stimmen, wie beispielsweise die der 35 Oberbürgermeister, die einen offenen Brief an unseren Ministerpräsidenten geschickt haben.

Coronakrise: Theaterfreunde spenden 5.000 Euro

Coronakrise: Mitglieder der Theaterfreunde Konstanz e.V. spenden 5.000 Euro zur Unterstützung freier Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Theaters

Ende März wandte sich Prof. Dr. Dr. Nix an den Vorstand der Theaterfreunde. Er machte auf die prekäre Lage der freien Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Theaters aufmerksam, die wegen der Coronakrise nun ohne Einkommen dastehen und bat um Spenden.

Der Vorstand leitete diesen Spendenaufruf an die Mitglieder weiter und es gingen in kurzer Zeit 5.000 Euro an Spenden ein, mit denen die Betroffenen unterstützt werden können.

Der Vorstand sowie das Theater danken allen für ihre Bereitschaft durch ihre großzügigen Spenden zu helfen.

Die Theaterfreunde nehmen gerne gegen Spendenbescheinigung weitere Spenden an. Konto: Theaterfreunde Konstanz e.V., Sparkasse Bodensee, DE54 6905 0001 0000 0734 60