pro.log zu Woyzeck

Volles Haus – rund 60 Interessierte kamen zum pro.log. Es war ein lehrreicher Vortrag und eine inspirierende Diskussion. Janine Firges rollte die historischen Hintergründe auf, exponierte die Frage der Schuldfähigkeit, kam auf Marie als Opfer zu sprechen und stellte auch den Bezug zur Konstanzer Aufführung her. Bei so viel Input kam sofort eine Diskussion in Schwung, in die auch die Mitglieder des Ensembles schnell einbezogen wurden: Wie ist das, wenn Frauen Männerrollen spielen? Woher stammt der Text, den Marie als Erzählerin spricht? Wie kann man das Verhältnis von Mensch und Tier angemessen beschreiben – und wie soll man es inszenieren? Alle Ensemblemitglieder betonten, wie bereichernd das Gespräch mit dem Publikum im Rahmen des pro.logs gewesen sei. Dank der souveränen Diskussionsleitung unseres Vorstandsmitglieds, Heike Brandstädter, kamen alle Fragen und Beiträge zum Zug. Nicht nur die Teilnehmerzahl, auch die Zeit war am Schluss komplett ausgereizt. Ein gutes Zeichen.

Heike Brandstädter stellt die Vortragende, Janine Firges, vor.
von vorne: Janine Firges,, Ulrich Hoppe, Patrick O. Beck , Meike Sasse, Anna Eger, Anne Rohde, Heike Brandstädter
v.l.n.r. Ulrich Hoppe, Patrick O. Beck , Janine Firges, Meike Sasse, Anna Eger, Anne Rohde, Heike Brandstädter

AufgeTischt #2

Der zweite Termin war ein voller Erfolg: viele Teilnehmer, ein spannender Schauspieler und ein romantisches Ambiente. Odo Jergitsch hat im RIVA die fantastische Literatur Österreichs nach Konstanz gebracht.

Zwei Teilnehmer, die als Gäste eingeladen kamen, waren so begeistert, dass die spontan in unseren Verein eingetreten sind: „solch interessante und besondere Darbietungen kann man sich einfach nicht entgehen lassen – deshalb unbedingt die Mitgliedschaft im Verein der Theaterfreunde

Spende von der Helmut-Kraft-Stiftung

Die Theaterfreunde Konstanz freuen sich über eine Spende der Helmut-Kraft-Stiftung. Mit der Spende können wir das Stadttheater Konstanz in einer nicht ganz einfachen Zeit helfen.

Die Stiftung, mit ihrem Sitz in Hemmenhofen, unterstützt seit vielen Jahren schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg bildende Kunst und konzentriert sich dabei auf junge, unbekannte Künstler. Ein weiterer Zweck ist die darstellende Kunst und deren Aktivitäten.

TriebWerk #3

Was hat Ernst Ludwig Kirchner mit der aktuellen Inszenierung von Shockheaded Peter zu tun?

Wie steckt man drei Schauspieler gleichzeitig in eine Hose so, dass sie sich noch bewegen können, und wie bringt man überhaupt Blut dazu, zum richtigen Zeitpunkt perfekt zu spritzen?

Diese und weitere spannende Fragen konnten uns Romana Lautner und Katia Bottegal, die für das Kostümbild verantwortlich zeichnet, beantworten.  Ein sehr informatives und unterhaltsames TriebWerk, das uns äußerst lebendig die Entwicklung eines Kostümbildes in Zusammenarbeit mit Regie und Bühnenbild veranschaulichte, seine Umsetzung während der Proben durch die Gewandmeisterei sowie die Kreativität der Mitarbeiter, die dabei angesichts finanzieller und zeitlicher Restriktionen freigesetzt wird.

Romana Lautner (links) und Katia Bottegal

Beim stimmungsvollen Apéro im Leica Café Blende 8 wurde anschließend angeregt weiterdiskutiert über das TriebWerk… und so manch anderes Thema.

Mitgliederversammlung

Am 10.11.2022 fand in der Spiegelhalle die diesjährige Mitgliederversammlung statt; sie wurde mit ein paar Liedern unseres Musikalischen Leiters, Herr Rudolf Hartmann, eingeleitet. Der Vorstand erläuterte den Mitgliedern die einzelnen Aktivitäten des vergangenen Jahres: pro.log, Preview, Beiratsgründung, Umfrage, TriebWerk, AufgeTischt, Stammtisch, Bodenseetheatertag, Leinwandspende. Die Schatzmeisterin berichtete über die Finanzen.

Der Vereinsvorsitzende berichtet

Der Vorstand und die Schatzmeisterin wurden entlastet und ein neuer Vorstand gewählt. Frau Brigitte Lauf verlässt nach 20 Jahren den Vorstand, das wurde angemessen gewürdigt. Die neuen Vorstandsmitglieder sind: Dr. Heike Brandstädter, Brigitte Aumayer und Gabriela Zimmermann.

Das langjährige Vorstandsmitglied Brigitte Lauf hält zu ihrem Abschied eine kurze Ansprache

Im Bericht des Theaters erführen wir einiges über die Hintergründe der laufenden Haushaltsdebatte und mögliche Konsequenzen für das Theater. Es wurde eine Spende über 5.000 € für Gastschauspieler positiv entschieden.

In der anschließenden offenen Diskussion wurde vor allem erörtert, wie der Verein mehr Einfluss auf Konstanzer Öffentlichkeit nehmen kann und das Theater noch besser unterstützen kann.

Theaterfreundestammtisch #1

Gestern, Donnerstag, 6.10., war es so weit: Der erste Stammtisch fand im Hintertürle statt. Unser Vorstandsmitglied, Renate Schwalb, konnte anschließend ohne zu übertreiben sagen, dass der Auftakt gelungen war. Obwohl fünf Interessierte absagen mussten (Corona und sonstige Unbill lassen grüßen), trafen sich zehn Theaterfreundinnen und vier Theaterfreunde im schönen Gastraum des Hintertürle, und der große ovale Tisch plus kleinem Beistelltisch war dicht besetzt. Durch eine Vorstellrunde lernten wir uns ein wenig kennen und es entspannen sich viele anregende Gespräche. Eines der Themen waren die Konsequenzen, die mit den zu erwartenden Sparmaßnahmen der Stadt zu erwarten sind. Wir werden sehen, ob und wie die Theaterfreunde hier gefordert sind.

Der Stammtisch wird am 1. Dezember fortgesetzt (nähere Informationen folgen rechtzeitig).

Und im neuen Jahr geht es dann im Februar weiter,- ob bei Interesse sogar monatlich kann diskutiert werden.

Blick ins Hintertürle

NOSFERATU – DER FILM – Friedrich Murnaus Stummfilmklassiker in neuem Klanggewand

Genau 100 Jahre ist sie alt, Murnaus „Symphonie des Grauens, gefilmt nach der
berühmten Romanvorlage Dracula des irischen Autors Bram Stoker. Zum
Jubiläumsjahr hatte Composer-Performer Walter Windisch-Laube, der „Mann am
Klavier+Keyboard” seine Alsfelder Musikalisierung überarbeitet und zusammen mit der
Saxophonistin und Klarinettistin Ulrike Schimpf, neu instrumentiert.

Stärker als der Film konnte die Musik gruseln

In Konstanz war nun, auf Initiative der Theaterfreunde, die süddeutsche
Erstaufführung des filmisch-musikalischen Gesamtkunstwerkes im Wolkenstein-Saal
des Kulturzentrums zu sehen und zu hören. Gedacht war an eine künstlerische
Spiegelung der fulminanten NOSFERATU-Inszenierung auf dem Konstanzer
Münsterplatz.

Entsprechend Murnaus filmischem Prinzip werden in der Alsfelder Nosferatu-Musik,
laut Walter Windisch-Laube, unterschiedliche Komponenten ineinander bzw. gegen und
teils sogar übereinander montiert: Er nutzte als “Zeitkolorit-Komponente”
atmosphärische Musik aus der Entstehungszeit des Films. Die “Ohrwurm-
Komponente” machte sich Filmmusik-Hits aus der frühen Tonfilmzeit zunutze, griff
aber auch auf Ragtime und Gesellschaftstänze der Golden Twenties zurück. Leid/t-
Motiv-Komponenten wurden in überleitender Funktion im Hinblick auf das sich
anbahnende Leid, z.B. Ausbruch der Pest, einbezogen. Mit klangbetonten
improvisatorischen Passagen wurde der laufenden Handlung eine packende
Klangkolorierung des Handlungsgeschehens beigemischt.

Wir wurden als Zuschauer von Murnau/Windisch-Laube in das Jahr 1838 in die alte
Hafenstadt “Wisborg” zurückversetzt, in die gleichsam historische Zeit des
Filmgeschehens, als gerade die ersten Eisenbahnen fuhren und die Musik der
Hochromantik begann. Somnambulismus, wie jene Phasen der traumwandlerischen
Protagonistin Ellen, war ein vielbeachtetes Phänomen, mancher Aberglaube weit
verbreitet. Somit durften wir diesen Abend durch die musikalische Steigerung der
gezeigten filmischen Schauer-Szenen genussvoll genießen und mancher Aberglaube weit verbreitet. Somit durften wir diesen Abend durch die musikalische Steigerung der
gezeigten filmischen Schauer-Szenen genussvoll genießen und die Musik getrost als
gespenstisch oder Gänsehaut-tröstlich auf uns wirken lassen.

Es gab großen Applaus für die beiden Künstler und der Abend, ein eintrittsfreies
Danke-Schön-Geschenk des Vereins an alle, die dem Stadttheater die Treue über die
entbehrungsreichen und kulturarmen Monate gehalten hatten, brachte noch dazu
einen schönen Spendenbetrag ein.

Ins TriebWerk geschaut

Einen Blick hinter die Kulissen der aktuellen Produktion „Nosferatu“ auf dem Münsterplatz konnten die Theaterfreunde und -freundinnen im Rahmen zweier speziell entwickelter Führungen werfen.

Bernd Oßwald, Andreas Mayer und Mela Breucker zeigten dabei sehr informativ ganz unterschiedliche Aspekte rund um die Entwicklung und Durchführung einer Produktion im Zusammenspiel von künstlerischer Umsetzung, Technik und vorhandenen Ressourcen auf.

Es war sehr spannend für uns zu erfahren, welche Herausforderungen im Rahmen von Open-Air-Aufführungen Inspizienz und Technik an dieser Spielstätte zu bewältigten haben. Unsere Eindrücke wie auch ganz andere Themen konnten wir anschliessend im Garten der Blende 8 (Leica Galerie) vertiefen und so den Nachmittag entspannt ausklingen lassen.

Die Freunde und Freundinnen, die bei den beiden TriebWerken dabei waren, hatten viel Spass und freuen sich auf weitere Events.

Bernd Oßwald erläutert, wo die roten Lampen angebracht sind, …
… die er von hoch oben gemäß seinem Regiebuch anschaltet, um den Schauspielern ihre Einsatzsignale zu geben.
Andreas Maier zeigt und erläutert die Entwurfspläne für die Kulissen.
Angeregte Gespräche beim anschließenden Apéro.

Nosferatu: Alter Film mit neuer Musik

Am 15. Juli um 20 Uhr zeigen die Theaterfreunde die Murnau-Verfilmung mit neuer Vertonung. Sehen den historischen Film mit moderner Livemusik!

Der Eintritt ist frei, eine Spende aber willkommen. Es empfiehlt sich eine frühe Anmeldung unter info@theaterfreunde-konstanz.de. Hier weitere Details:

Ort: KULTURZENTRUM am Münster, Konstanz, Wolkensteinsaal
Datum: Freitag, den 15. Juli 2022
Uhrzeit: 20 Uhr – Einlass ab 19 Uhr; begrenzte Platzzahl
Eintrittspreis: Eintritt frei – Spenden sind jedoch willkommen und kommen dem Stadttheater Konstanz zugute.

INFORMATIONEN zum Komponisten Walter Windisch-Laube
Der promovierte Musik- und Literaturwissenschaftler Walter Windisch-Laube arbeitet hauptberuflich als Leiter der Alsfelder Musikschule. In seiner Nosferatu-Partitur vereint er Anleihen aus der Filmmusikgeschichte, zitiert und verfremdet Passagen aus Broadway-Klassikern, Ragtime und Jazz, nutzt Musik der 20er Jahre, wie Kompositionen von Strawinsky, Hindemith oder auch Schönberg. Opernfragmente mit musikalischer Leitmotivik werden in Verbindung mit selbstkomponierten oder improvisierten Passagen dem Film beim Live-Konzert unterlegt.

Ulrike Schimpf, Saxophone und Klarinette
Die Mitstreiterin im musikalischen Dialog, in Improvisation und koloristischer Grundintonierung, Ulrike Schimpf, absolvierte in den 80er Jahren ihr Saxophonstudium an der Joe-Haider-Jazz School, München und ist zudem ausgebildete Klarinettistin. Sie arbeitet als Jazz-, Rock- und Weltmusikerin in verschiedenen Formationen. Seit 1990 unterrichtet sie mit Schwerpunkt auf Saxophone-Ensemblespiel und widmet sich zudem der Rhythmik-Schulung, Bodypercussion und Pattern-Improvisation, auch als Autorin und Workshop-Leiterin. Ulrike Schimpf komponiert eigene Titel, arrangiert Altes zu Neuem und liebt die Improvisation.